Die Flüge nach Kanada waren zu einem recht günstigen Preis rund 6 Monate vor Reisebeginn gebucht. Da ich Direktflüge aufgrund meiner Anfälligkeit zur „Seekrankheit“ v. a. während der Starts und Landungen immer bevorzuge, kommt für den Hinflug von Frankfurt nach Halifax nur eine Fluggesellschaft in Frage: Discover Airlines! Als Wenigflieger ist mir das Unternehmen bisher nur aus der Werbung bekannt. Nach kurzer Recherche lässt sich herausfinden, dass es sich um die Touristensparte des Linienverkehrs der Lufthansa handelt. Vom Service ist Discover in der Economy Class vergleichbar zur Lufthansa. Jedenfalls bietet Discover Airlines an 4 Tagen pro Woche einen Direktflug von Frankfurt nach Halifax an. Da die Bahnreise in Halifax an einem Mittwoch beginnen sollte, entscheide ich mich bei der Buchung für den Hinflug am Dienstag. Der Rückflug soll in der Folgewoche am Freitag von Toronto nach Frankfurt stattfinden. Discover Airlines bedient diese Strecke nicht – die Kernmarke Lufthansa jedoch schon. Also wurden beide Flüge in einer Buchung als Gabelflug bei der Muttergesellschaft Lufthansa gebucht. Was soll da schon schief gehen…?
Wie im Vorwort angesprochen, ereilte mich am Montag zwei Wochen vor Abflug gegen 23:00 eine E-Mail mit der Mitteilung, dass sich die Zeiten meines Hinflugs geändert haben. Tatsächlich fällt der ursprünglich geplante Flug aus und ich wurde umgebucht – auf den selben Flug am Donnerstag, also zwei Tage später! Eine solche Ankunftsverspätung wäre selbst bei der DB wohl undenkbar. Dienstag früh sitze ich also 14 Tage vor Reisebeginn vor dem Rechner und beschäftige mich mit den Optionen, die Discover mir in der Situation anbietet. Da gibt es effektiv drei Möglichkeiten:
- automatische Umbuchung auf Donnerstag akzeptieren
- im System nach anderen Alternativflügen suchen
- Flüge kostenlos stornieren
Ich entscheide mich natürlich für Option 2. Jetzt kommt aber die Enttäuschung: Obwohl ich über Lufthansa gebucht habe, bietet mir das Umbuchungsportal als Alternative nur andere Direktflüge von Frankfurt nach Halifax an. Und da das nur Discover fliegt und nur jeden zweiten Tag, stehe ich also vor der Wahl: am Donnerstag (2 Tage später) oder am Sonntag (2 Tage früher) fliegen! Eine andere Alternative wird mir nicht angeboten, obwohl es täglich mehrere Umsteigeverbindungen mit Lufthansa und Air Canada (beide Mitglieder von Star Alliance) gibt. Eine Entscheidung wird fällig und notgedrungen wähle ich die Umbuchung auf den Flieger am Sonntag. Vielleicht wäre es nach stundenlangem Warten in der Hotline möglich gewesen, telefonisch eine Umbuchung auf eine Umsteigeverbindung zu erwirken. Aber ganz ehrlich: Wirklich komfortabel wäre das auch nicht! Da nehme ich lieber den reservierten Fensterplatz auf der direkten Strecke zwei Tage eher. Einen Grund für den Flugausfall gibt Discover Airlines übrigens nicht an. Indirekt ist einer Pressemitteilung des Lufthansa-Konzerns zu entnehmen, dass sie einzelne Flüge mit zu geringer Auslastung aufgrund der gestiegenen Kerosin-Preise infolge des Iran-Kriegs streichen. Dabei werden wohl wirklich explizit einzelne Umläufe gestrichen, denn in der Woche davor und danach wurde der Dienstag-Flug nach Halifax angeboten…
Die Vorverlegung des Hinfluges hat zwei direkte Konsequenzen: Einerseits muss ich zwei weitere Urlaubstage in der Firma nehmen, die dann im restlichen Jahr fehlen. Gut, ich hatte eh noch nicht alle verplant, somit ist das verschmerzbar. Das andere Thema tut eher weh im Geldbeutel: Ich muss mit zwei Wochen Vorlauf zwei weitere Hotelübernachtungen buchen, die das eh schon hohe Preisniveau in Kanada so kurzfristig natürlich noch einmal übertreffen. Ein Versuch, mir das Geld dafür bei Discover Airlines wieder zu holen, ist übrigens gescheitert. Die Airline verweist natürlich auf die Rechtslage, denn sie habe (genau eine Stunde) mehr als 14 Tage vor Abflug über den Ausfall informiert, ist somit nicht zur Entschädigung verpflichtet und sieht die zusätzlichen Aufwände meinerseits als Folgekosten an, die sich nicht aus dem Beförderungsvertrag ergeben. Auch wenn der Streitwert nicht unerheblich ist – für einen Rechtsstreit über die Hotelkosten fehlt mir die Muße. Ich lasse es am Ende damit gut sein…
Also: Aufgrund der Änderung im Reiseplan stehen wir bereits am Sonntag und nicht erst am Dienstag gegen 11:30 in Mannheim am Bahnsteig und warten auf den ICE 200 zum Frankfurter Flughafen.

Der 13-teilige ICE 4 war, wie sonntags üblich, voll, aber dafür pünktlich. Bei nur einer halben Stunde Reisezeit kann ich mich jedoch gut mit einem Stehplatz arrangieren.





Der Check-In für den Flug ist erstaunlich schnell erledigt. Während Reisende der Kernmarke Lufthansa inzwischen selbst aktiv werden müssen und nur noch über Terminals zum Self-Check-In einchecken können, besetzt Discover weiterhin einen klassischen Schalter. Dort herrscht zu dieser Zeit kein Andrang und so dauert es nach Vorlage des Reisepass keine zwei Minuten, bis meine Reisetasche samt Etikett verschwunden ist und ich die Bordkarte in Händen halte. Damit geht es dann erst zur Ausreisekontrolle, die nach kurzem Vorzeigen des Reisepass ebenfalls schnell erledigt ist. Danach führt der Weg dann erstmal einige hundert Meter durch die für Flughäfen üblichen langen Gänge.

Die Gates C13 – C15 verfügen über eine separate Kontrollstelle, sodass die Luftsicherheitskontrolle hier ebenfalls sehr schnell durchlaufen ist. Gegen 13:30, rund 1,5 Stunden nach Ankunft des ICE, ist der Wartebereich am Gate erreicht. Ich habe da aber schon ordentlich getrödelt – es wäre entspannt auch bis 13:00 möglich gewesen. Trotzdem gilt beim Fliegen wie bei der Eisenbahn: Lieber etwas zu früh als etwas zu spät da sein 😉

Der Abflug ist für 15:40 vorgesehen. Gegen 14:15 ist die Mehrheit der Reisenden an Gate C15 schon anwesend, sodass die Boarding-Crew einen Dokumenten-Check veranlasst. Das heißt: Alle im Wartebereich C15 aufstehen, Reisedokumente prüfen lassen und in Wartebereich C14 Platz nehmen. Unter „Reisedokumente prüfen“ ist hier neben dem Vorzeigen des Reisepass auch die Vorlage des Aufenthaltstitels für Kanada zu verstehen. Zur Einreise nach Kanada wird für EU-Bürger eine elektronische Reiseerlaubnis (ETA) benötigt – mehr dazu später bei der Einreise vor Ort. Das Personal prüft, ob eine solche oder ein Visum vorliegt. Ich zeige daraufhin meinen Ausdruck der ETA-Bestätigung (den man auch digital vorzeigen könnte) und der Mitarbeiter drückt einen Stempel „Documents checked!“ auf meine Bordkarte. Der Stempel kommt dabei so schnell, dass der Angestellte unmöglich in der Zeit auch nur den Namen zwischen ETA und Pass abgleichen konnte. Will heißen: Die Kontrolle der Reisedokumente läuft hier sehr entspannt. Das Gegenteil werden wir allerdings auf der anderen Seite noch erleben…

Ironischerweise kommt es nach der Streichung des Fluges am Dienstag und der Aufteilung der Reisenden dieses Fluges auf die am Sonntag und am Donnerstag nun zu einer Überbuchung. Der Flieger hatte +4 PAX. Discover macht deshalb ein Angebot: Wer freiwillig auf eine Umsteigeverbindung mit Air Canada über Montreal am Folgetag ausweicht (Ankunft in Halifax am Mo um 16:00 Ortszeit, also mit +22 Stunden), bekommt nicht nur 600 € Entschädigung, sondern auch eine kostenfreie Übernachtung in Frankfurt. Ich überlege kurz, ob dieses Angebot in Frage kommt, denn Zeit hätte ich ja. Aber noch bevor ich zu Ende überlegen kann, haben sich 4 Freiwillige gefunden. Am Ende für mich wohl doch besser so, denn wie eingangs erwähnt bevorzuge ich doch einen Direktflug gegenüber einer Umsteigeverbindung mit zwei Starts und Landungen.
Das Boarding beginnt schließlich rund 20 Minuten später als geplant, da der Flieger zu spät aus der Abstellung bereit gestellt wurde (so etwas gibt es anscheinend wohl auch im Luftverkehr ;). Hier zeigt sich nun der „Vorteil“ des Dokumenten-Checks: Alle mit dem Stempel müssen einfach nur kurz ihre Bordkarte scannen und dürfen einsteigen. Nur wenige Nachzügler müssen noch kurz zur Dokumentenkontrolle. Im Flieger fällt mir zuerst auf, dass aus dem Lautsprecher während des Boardings Popmusik abgespielt wird. Das scheint wohl neu zu sein und bräuchte es meiner Meinung nach eigentlich nicht, aber es schadet auch nicht. Die Sitze sind bei Discover etwas enger angeordnet als bei der Kernmarke, aber für eine spärliche Person wie mich lässt es sich aushalten. In meiner Sitzreihe weit hinten habe ich neben mir nur eine Sitznachbarin zum Gang. Dabei handelt es sich um eine ältere Dame aus Kanada, die leider in Bezug auf die Körpermaße die ersten Vorurteile gegenüber Nordamerika schon gleich voll erfüllt. Um das Ferienflieger-Feeling komplett zu machen, sitzt in der Reihe vor mir natürlich ein quengelndes Kleinkind. Zum Glück ist der Bursche die meiste Zeit über aber ruhig. Das Gate verlassen wir schließlich mit ca. +20 (Minuten!) gegen 16:00.


Der Start verläuft, ebenso wie fast der gesamte Flug, sehr ruhig. Dafür ist das Wetter draußen eher wechselhaft. Die Flugroute führt zunächst über Köln und Brugge hinaus auf den Ärmelkanal. War es in Frankfurt noch eher leicht bedeckt, liegt der Kölner Dom versteckt unter Wolken.

In Großbritannien liegt London ebenfalls unter dichten Wolken. Von London bis Cardiff überqueren wir England und Wales.




In etwa zu diesem Zeitpunkt teilt die Crew die erste Mahlzeit aus. Im Angebot sind Hähnchen mit Reis oder Pasta. Während wir über dem endlosen Ozean (der aber leider meist in Form eines Wolkenmeeres erscheint) dahin ziehen, wird als kleine Nachspeise noch ein Cookie ausgeteilt. Dann beginnt die lange monotone Phase des Fluges. Das Onboard-Entertainment könnte mit Kopfhörern genutzt werden, welche die Crew auf Nachfrage kostenfrei zur Verfügung stellt. In Anbetracht der kurzen Flugzeit verzichte ich darauf und döse ein wenig. Unsere Prognose für die gesamte Flugdauer liegt bei 6 Stunden und 40 Minuten, womit die Verspätung am Ziel restlos aufgeholt wäre. Gegen 21:15 deutscher Zeit wird die zweite Mahlzeit – ein Stück Pizzabrot – ausgeteilt. Währenddessen ist unter uns nach über 3 Stunden erstmals Land in Sicht, auch wenn selbige durch die dichte Bewölkung stark eingeschränkt ist. Es handelt sich um die Insel Newfoundland, die bereits zu Kanada gehört.


Wie erwartet kann der Pilot nun verkünden, dass wir die Verspätung aufgeholt haben und Halifax pünktlich erreichen werden. Weniger gut wird leider das Wetter: In Halifax erwarten uns dichte Regenwolken und es soll in den kommenden Tagen auch erst einmal feucht und kalt bleiben.

Die Landung verläuft trotz des schwierigen Wetters vergleichsweise ruhig – so, dass selbst ich den Anflug ohne größere gesundheitliche Probleme verkrafte. Um 17:52 setzen wir von Norden kommend nach exakt 6 Stunden und 40 Minuten Flugzeit auf der Piste auf. Allerdings wirkt es beim Aufsetzen, als wären wir auf einer Wasserbahn gelandet. Die Landebahn ist mit einem durchgehenden Wasserfilm benetzt und der halbe Flughafen steht einige Millimeter „unter Wasser“. Dennoch gehen wir nach harter Bremsung sicher auf das Rollfeld über. Um Punkt 18:00 Ortszeit, also auf die Minute pünktlich, kommt das Flugzeug mit dem Kommando „all doors in park!“ an der Parkposition zum stehen. Punktlandung 🙂
Am Flughafen angekommen geht es für uns zur Einreisekontrolle. Zur Einreise nach Kanada benötigen Touristen ein gültiges Visum oder eine elektronische Einreisegenehmigung (electronic travel authorisation, kurz ETA). Bürger der EU können die ETA nutzen. Diese muss vor der Reise online über einen Service der kanadischen Regierung beantragt werden. Für die Beantragung werden einige Daten aus dem Reisepass sowie Angaben zum Reisegrund und zur Person (z. B. zum Beruf) benötigt. Insgesamt ist der Fragebogen recht schnell ausgefüllt. Die Beantragung kostet 7 CAD (4,40 €). Dafür ist eine einmal ausgestellte ETA 5 Jahre lang gültig, sofern der Reisepass nicht vorher abläuft. Sie berechtigt zur mehrfachen Einreise nach Kanada für Aufenthalte mit einer Dauer von maximal 6 Monaten. Die Ausstellung kann laut Webseite mehrere Tage in Anspruch nehmen und wird daher noch vor der Flugbuchung empfohlen – tatsächlich war meine ETA schneller da, als ich die Kreditkarte wieder im Geldbeutel verstauen konnte. Eine gültige ETA stellt jedoch noch keine Garantie für eine erfolgreiche Einreise dar.
An der Einreisekontrolle angekommen müssen sich alle Reisende erst einmal mit einem Automaten („Kiosk“) auseinander setzen. Dort wird der Reisepass gescannt, eine (kurze) Einreise- und Zollerklärung vorausgefüllt und ein Foto aufgenommen. Da es nach deutscher Zeit nun schon später als 23:00 ist und der Flug trotz allem anstrengend war, kommt das Foto meinem aktuellen Zustand gleich: übermüdet und ziemlich fertig! Macht aber nichts: Hauptsache der Prüfalgoritmus erkennt es als biometrisches Foto an. Der Automat druckt anschließend einen kleinen Zettel, quasi eine „Quittung“, mit einem Code aus. Damit geht es weiter zu einem Grenzbeamten, der die Einreisewilligen in zwei Gruppen unterteilt: Eine Gruppe muss nach links und sich für eine kurze Befragung anstellen, die andere Gruppe darf nach rechts an dieser Station vorbei gehen. Soweit ich gesehen habe, wurden (fast) alle Kanadier und einige Ausländer nach rechts sortiert. Ich musste als Kanada-Neuling natürlich nach links. Die Befragung gibt mir dann mehr oder weniger den Rest. 5 Minuten lang stellt die Grenzbeamtin Fragen am laufenden Band. Eine Auswahl:
- Was ist ihr Reisegrund?
- Sind Sie erstmals in Kanada?
- Haben Sie hier Kontakte / Verwandte / Familie?
- Kennen Sie sonst irgendwen hier?
- Wo fahren Sie überall hin und wo übernachten Sie? (Ich beschreibe die Route vereinfachend als Halifax – Montreal – Toronto, das reicht ihr aus.)
- Zeigen Sie bitte ihr Rückflugticket? (Da es klassische Flugtickets seit Jahren nicht mehr gibt, zeige ich das Passenger Itinerary Reciept vor – das akzeptiert sie.)
- Was machen Sie zu Hause? (Die Frage habe ich nicht auf Anhieb verstanden, sie meinte damit aber: Was arbeiten Sie?)
- Warum sind Sie hier in Halifax? (Gute Frage, das wüsste ich auch gerne, denn eigentlich war ja nur eine Übernachtung hier geplant. Aber gut, um nicht die ganze Geschichte mit dem Flugausfall erklären zu müssen, nenne ich einfach die ersten drei Sehenswürdigkeiten, die mir einfallen und eh auf meiner Liste stehen, und damit ist es dann auch tatsächlich gut).
Nach ca. 15 Fragen hatte sie dann entweder keine Lust mehr oder – das halte ich für wahrscheinlicher – ihr vorgegebener Fragebogen war zu Ende. Letztlich lässt sie mich ziehen und ich bin endlich offiziell in Kanada angekommen. Interessanterweise wurden Fragen zu Einkommen, Vermögen und Krankenversicherung, die ich am ehesten erwartet hätte, nicht gestellt. Wie dem auch sei: Ich bin eingereist, kann am Gepäckband mein inzwischen eingetroffenes Gepäckstück abholen und am Zoll vorbei gehen, da ich in der Automaten-Erklärung wahrheitsgemäß keine deklarationspflichtigen Einfuhren angegeben habe.

Der Flughafen von Halifax liegt weit außerhalb der Stadt in der Landgemeinde Goffs. Obwohl hier auch internationaler Verkehr abgewickelt wird, überwiegend mit den USA, dient der Flughafen vorrangig dem Inlandsverkehr.

Deutlich wird das z. B. beim Mobilfunk-Angebot. Während der Anbieter Rogers online einen Stand in der Ankunftshalle bewirbt, der auch sonntags bis 22:00 geöffnet haben soll, finde ich diesen schon um 19:00 verwaist vor – und es sieht auch nicht danach aus, dass der Stand in absehbarer Zeit wieder besetzt wird. Für die Nutzung mobiler Daten muss also eine alternative Lösung her. Ich entscheide mich letztlich für einen Auslandstarif meines deutschen Anbieters, der ein Paket über 5 GB für 40 € im Angebot hat. Das ist zwar, gemessen an nationalen Datentarifen, sündhaft teuer. Allerdings verbrauche ich nach der Erfahrung aus dem Vorjahr in Japan dank geschickter W-LAN-Nutzung nicht viel. Die 5 GB werden daher für die kommenden zwei Wochen locker ausreichen und kanadische Tarife, die für den gleichen Preis wesentlich mehr Datenvolumen geboten hätten, hätten für mich letztlich keinen wirklichen Mehrwert. Weiterer Vorteil: Der Tausch der Telefonkarten und das ganze Setup entfällt ebenso. Einfach 40 € über die Mobilfunkabrechnung bezahlen und damit hat es sich 🙂 Am Ende habe ich in den kommenden Tagen überall Netz, wo man es auch erwarten würde. Und da, wo ich es nicht habe, haben es die anderen um mich herum auch nicht 😉
Damit ist das Tagesprogramm nun schon fast zu Ende. In Anbetracht der Zuverlässigkeit von Discover Airlines habe ich für die erste Nacht ein Hotel direkt am Flughafen gebucht, welches ich bis zum Abflug noch hätte stornieren können.


Kurz nach 19 Uhr beziehen wir das Zimmer. Dort erleben wir sogleich den ersten Kulturschock beim Thema „Wasser“, denn das aus der Leitung hat einen eigenartig chemischen Beigeschmack. Tatsächlich ist kanadisches Leitungswasser gesundheitlich einwandfrei, wird aber fast überall stark gechlort und schmeckt entsprechend (nicht!). Für die Zahnreinigung geht das in Ordnung – zum Trinken kann ich eher zu abgepacktem Wasser raten. Das wird noch nicht die letzte Auffälligkeit in Bezug auf Wasser und dessen Verbrauch in Kanada sein, allerdings ahnen wir davon noch nichts, da unser Bad im Hotelzimmer europäisch eingerichtet ist. Nach der Chlor-Dusche sowie einem kleinen Abendessen (besser: Snack) von der Hotelbar werden noch ein wenig die Möglichkeiten und (bescheidenen) Wetterprognosen für den nächsten Tag geprüft. Dann geht es gegen 22:00 Ortszeit (also 3:00 deutscher Zeit) ins Bett in der Hoffnung, lange durch zu schlafen und so gut in den kanadischen Rhythmus zu finden.
Im nächsten Berichtsteil geht es dann um die beiden zusätzlichen Reisetage, die mir dank der Flugstreichung von Discover Airlines (teuer) „geschenkt“ wurden. Das Reiseprogramm für diese beiden Tage ist vollständig improvisiert und leidet unter einigen Randbedingungen, die mit mehr Vorlauf besser lösbar wären. Aber: Die Situation ist da – jetzt gilt es, das Beste daraus zu machen 😉