Bilanz

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Statistik

Insgesamt wurde auf dieser Reise innerhalb Japans, rein innerstädtische Fahrten ausgenommen (wobei das etwas schwer abzugrenzen ist), eine Strecke von 6.125 Kilometern mit dem Zug zurückgelegt. Die Gesamt-Fahrzeit beträgt 66 Stunden. Daraus ergibt sich eine mittlere Fahrgeschwindigkeit von 93 km/h. Interessant ist an dieser Stelle allerdings die Japan-spezifische Unterscheidung in Shinkansen und konventionelle Eisenbahn. Mit dem Shinkansen wurden 3.042 km in 17 Stunden und 35 Minuten bewältigt, entsprechend einem Schnitt von 173 km/h. Die höchste Durchschnittsgeschwindigkeit erreichte der (aufpreispflichtige) Mizuho 605 an Tag 13 mit 219 km/h, gefolgt vom Sakura 541 an Tag 6 mit 210 km/h. Zugleich war die Fahrt mit dem Sakura 541 von Shin-Ōsaka nach Hakata die an der Strecke gemessen längste der Reise mit 554 km. Die konventionelle Eisenbahn benötigte für 3.083 km insgesamt 48 Stunden 25 Minuten und kommt somit nur auf eine mittlere Geschwindigkeit von 64 km/h. Deshalb ist auch die fahrzeitmäßig längste Zugfahrt der Reise bei der konventionellen Eisenbahn zu finden. An Tag 7 brachte uns der Limited Express Kuroshio 26 in exakt 4 Stunden von Kii-Katsuura zurück nach Ōsaka. Von 81 Fahrten waren 79 nach der 5:59-Minuten-Definition der DB pünktlich und 2 verspätet. Das betrifft einerseits den Limited Express Kinosaki 7 an Tag 13, der es wegen einer Störung auf der Fukuchiyama Line und einer Zugkreuzung am Ende auf +12 geschafft hatte, und andererseits den Sub-Rapid der Yamatoji Line an Tag 12, der im hohen Verkehrsaufkommen zur HVZ den Bahnhof Tennōji knapp mit +6 erreicht hat. Alle vorgesehenen Anschlüsse wurden dennoch erreicht und keine der geplanten Fahrten war entfallen. Die Stichprobe erreicht damit eine sehenswerte Pünktlichkeit von 97,5 % und eine Zuverlässigkeit von 100 %. Nur den Shinkansen betrachtet läge sogar auch die Pünktlichkeit bei 100 %. In Summe wurden für alle Fahrkarten 131.420 Yen (821,40 €) gezahlt, sodass sich im Mittel ein Fahrpreis von 13,4 Cent pro Kilometer ergibt. Den größten Anteil am Gesamtpreis macht mit 110.000 Yen (687,50 €) der Japan Rail Pass für 14 Tage im Green Car aus. Dieser Pass ist etwas teurer als ein Interrail Global Pass der 1. Klasse für 15 fortlaufende Tage, enthält dafür aber kostenlos alle Reservierungen. Es sei an dieser Stelle auch erwähnt, dass wir den Japan Rail Pass nicht voll ausgenutzt haben. Hätten wir die reiseintensivsten Tage gebündelt und uns nur einen 7-Tage-Pass genommen, so wären wir insgesamt rund 5.000 Yen (31,25 €) günstiger heraus gekommen, allerdings auf Kosten einer geringeren Flexibilität. Demnach brachten die 30 € zusätzlich schon einen erheblichen Mehrwert. Eine andere Möglichkeit, den Preis zu reduzieren, wäre ein Pass für die Ordinary Class gewesen, die in Japan bereits einen recht hohen Standard bietet (und in vielen Zügen die einzige verfügbare Reiseklasse ist). Damit läge der Gesamtpreis bei nur rund 634 € bzw. 10,3 Cent pro km und bei Bedarf könnte man fahrtspezifisch einen Aufpreis für das Green Car hinzu kaufen.

Fazit

Besonders gut gefallen haben mir auf dieser Reise:

  • die überall vorhandenen, kostenlosen und sauberen öffentlichen Toiletten – daran können sich andere gerne ein Vorbild nehmen 🙂
  • die extrem hohe Betriebsqualität der japanischen Eisenbahnen
  • die große Vielfalt an Eisenbahngesellschaften und Fahrzeugbaureihen
  • die einfache Handhabung der Bezahlung von Einzelfahrkarten mittels landesweit ohne Abo und Registrierung nutzbarer IC-Card
  • die ebenso einfache Handhabung der Reservierungspflicht mit integriertem Komfort-Check-In, wobei kaum ein Zug wirklich ausgebucht ist
  • die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft des zahlreich vorhandenen Servicepersonals (auch wenn es beruflich dazu verpflichtet ist)
  • der perfekte Erhaltungs- bzw. Restaurationszustand der vielen historischen Gebäude, für die man als Tourist bereitwillig eine kleine Eintrittsgebühr zahlt
  • der starke Kontrast zwischen Tradition und Moderne, teils innerhalb einer Stadt
  • die meist günstige und dennoch stets kulinarisch überzeugende japanische Küche

Japan lohnt sich als Reiseziel ob der weiten Anreise definitiv! Auch lange nach der Reise bin ich immer wieder beeindruckt von der Präzision und Effizienz der japanischen Eisenbahn sowie von der einzigartigen Natur, Kultur, Architektur und Küche des Landes – eine einprägsame Erfahrung, die wohl auch noch über lange Zeit die schönste auf meinen (bisherigen) Auslandsreisen bleiben wird. Natürlich hat Japan, wie jedes Land der Erde, auch seine Schattenseiten, vom Verpackungswahn über für Ausländer rätselhaft zu bedienende High-Tech-Toiletten bis zur geringen Störfallresilienz der Eisenbahn. Wirklich störend ist das aber nur am Rande – viel eher kann ein heftiger Sonnenbrand die Urlaubsfreude beeinträchtigen, sodass ich hier aus Erfahrung noch einmal auf die Wichtigkeit von Sonnenschutz an klaren Tagen in Japan hinweisen möchte. Eines ist nach den zwei sehr intensiven Wochen im Land für mich jedenfalls klar: Ich werde wieder kommen! Nicht gleich, nicht nächstes Jahr, nicht einmal unbedingt in den nächsten Jahren, denn die Anreise ist mit 12 – 14 Stunden Flug tatsächlich sehr belastend und trotz allem, da gibt es nichts zu beschönigen, eine große Umweltsauerei. Trotzdem steht Japan nach wie vor auf der Agenda, zumal ich noch ausstehende Pläne für einen 2-Wochen-Urlaub im Raum Tōkyō habe. Außerdem war einer unserer Reiseanlässe die ebenfalls äußerst sehenswerte Weltausstellung EXPO 2025, die wir bei Tag und bei Nacht besucht haben. Natürlich interessiert mich auch hier: Was bleibt? Was wird aus Yumeshima nach dem Ende der EXPO werden? Auch das möchte ich in der nicht all zu nahen Zukunft gerne heraus finden 🙂

Alles in allem war die Reise also ein rundum gelungenes Erlebnis in einem fernen Land, das ich jedem (Fuzzy) als Reiseziel nur wärmstens ans Herz legen kann 🙂

Vielen Dank für Ihr Interesse 🙂