Hinweis: Dieser Bericht wird ab dem 25.01.2025 von mir im Forum „Drehscheibe-Online“ veröffentlicht.
Im März 2024 stand erneut meine alljährliche Frühjahresreise mit der Eisenbahn an. Nachdem im Vorjahr die Pläne für das Grenzgebiet der Pyrenäen zwischen Frankreich und Spanien streikbedingt entfallen waren, sollte mich die Reise in diesem Jahr nun endlich auf die iberische Halbinsel führen. Eine Option dafür wäre die Umsetzung der Reisepläne aus dem Vorjahr gewesen. Allerdings war ich inzwischen im Rahmen einer Studienexkursion im Herbst 2023 schon einmal mit der Bahn nach Spanien gefahren, sodass ich bei der Reiseplanung für das Frühjahr 2024 meine ersten Erfahrungen mit dem Land und der RENFE bereits gemacht hatte. Diese Erfahrungen haben deutliche Spuren hinterlassen und mein Interesse an Spanien als Reiseland beachtlich geweckt. Deshalb habe ich mich dazu entschieden, statt der Pyrenäen-Reise eine andere (bereits etwas ältere) Idee umzusetzen: Die Umrundung der iberischen Halbinsel!
Der tatsächlichen Umsetzung der Idee waren jedoch Grenzen gesetzt. Die Masterarbeit sollte nämlich zeitnah im Anschluss an den Urlaub begonnen werden, sodass mir insgesamt nur rund eine Woche für die Reise zur Verfügung stand. Da es im Reiseverlauf allerdings sehr viel zu entdecken gibt, habe ich beschlossen, die Umrundung zu einer Halb-Umrundung zu verkürzen. So bin ich in 10 Tagen zunächst nach Barcelona und dann im Uhrzeigersinn entlang der Ost-, Süd und Westküste von Spanien und Portugal bis nach Lisboa und schließlich bis an das Ende der Welt gekommen! Zur Definition des „Endes der Welt“ im Sinne dieses Reiseberichtes komme ich am entsprechenden Reisetag noch, denn die Bezeichnung ist keineswegs eindeutig. Die Rückreise wurde in Anbetracht der zeitlichen Rahmenbedingungen mit dem Flugzeug abgekürzt. So hebe ich mir die Vollendung der Umrundung über das Schmalspurnetz der FEVE und durch das Baskenland als Anlass für die Zukunft auf, sobald auch die Anreise nach Lisboa über die LAV Madrid – Lisboa komfortabel mit der Bahn möglich ist.
Zur Fahrt wurden für die jeweiligen Züge Einzelfahrkarten besorgt. Falls verfügbar wurden Sparangebote kurz nach der Buchungsfreigabe gewählt. Viele Verbindungen, z. B. die Media Distancia der RENFE, waren allerdings zum Festpreis unabhängig vom Buchungszeitpunkt zu haben. In manchen Fällen erfolgte die Buchungsfreigabe durch die RENFE recht spät; die letzte Fahrkarte für einen Media Distancia wurde daher trotz Reservierungspflicht erst eine Woche vor der Reise gekauft. Trotzdem war die Fahrkartensammlung bei Reiseantritt komplett. Soweit verfügbar wurden Tarife für die 1. Wagenklasse (bzw. „asiento confort“ in Spanien) gewählt. Davon ausgenommen sind die kurze Fahrt mit dem IC im Umland von Lisboa an Tag 9 sowie die Fahrten innerhalb Deutschlands. Interrail hätte sich für die Reise nicht gelohnt. Finanziell wäre der Pass zuzüglich der vielen notwendigen Reservierungen zwar nur geringfügig teurer als die Sammlung an Einzelfahrkarten gewesen. Dafür waren zum Buchungszeitpunkt Reservierungen für die RENFE-Züge außerhalb Spaniens nur umständlich möglich. Den AVE von Lyon nach Barcelona hätte ich so nur nutzen können, wenn noch Plätze frei sind und das Zugpersonal das Nachlösen der Reservierung an Bord auf freundliche Nachfrage am Bahnsteig gestattet. Zudem war ein Media Distancia im Reiseverlauf bereits weit vorab ausgebucht, sodass für diesen Zug eine Reservierungsanfrage am Schalter in Spanien erfolglos gewesen wäre. Zusammengefasst ist das Reisen mit Einzelfahrkarten in Spanien billiger und bequemer als mit Interrail – allerdings mit dem Risiko, bei einem verpassten Anschluss auf den vollen Kosten einer neuen Fahrkarte und nicht nur auf dem Zuschlag der Zwangsreservierung sitzen zu bleiben, denn Umsteigeverbindungen verkauft die RENFE-Buchungsplattform nicht gerne. An einer Stelle auf der Reise, soviel sei bereits verraten, wird die Situation tatsächlich sehr knapp werden.
Nachfolgend wünsche ich Ihnen viel Spaß mit dem nachfolgenden Reisebericht 🙂