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Nachdem wir das Gepäck im Hotel gepackt und sortiert haben, fahren wir eine kurze Strecke mit dem Bus zum Flughafen Lisboa Humberto Delgado. Der Flughafen liegt, wie bereits an Tag 9 festgestellt, mitten in der Stadt. Für die Verkehrsanbindung ist er somit günstig gelegen und aus der Stadt schnell mit öffentlichen Verkehrsmittel erreichbar. Die Lage in der Stadt hat aber auch Nachteile. Neben des offensichtlichen Problems der starken Lärmbelästigung der Anwohner in den An- und Abflugrouten kann die Kapazität des Flughafens kaum ausgebaut werden, da die städtische Lage eine Expansion des Flughafengeländes nicht ermöglicht. Daher wurde schon mehrfach der Bau eines neuen Flughafens außerhalb der Stadt erwogen. Bis ein Standort dafür final gefunden ist und der Bau in Angriff genommen werden kann, wird der bestehende Flughafen weiter betrieben.

Bild R-1: Empfangsgebäude im Terminal 1 des Flughafens Lisboa Humberto Delgado

Um 11:00 erreichen wir den Flughafen und checken an einem der vielen Automaten zum Self-Check-in ein, da die nationale Fluggesellschaft TAP Air Portugal keine bemannten Check-in-Schalter mehr betreibt. Es ist allerdings noch Personal an den Automaten vorhanden, das bei Fragen und bei der Etikettierung des Aufgabegepäcks unterstützt. Nachdem ich meine Reisetasche auf das Band gegeben habe, gehen wir mit dem Boarding-Pass in der Hand weiter zur Sicherheitskontrolle. Wie gewohnt muss am Zugang zur Sicherheitskontrolle der Boarding Pass vorgezeigt werden. Ungewohnterweise wird dieser jedoch auch bei der Kontrolle am Scanner noch einmal verlangt. Die Kontrolle verläuft zügig, sodass wir nach rund 15 Minuten an der Reihe sind. Der neuartige Scanner, für den man sich in einer eigenartigen Pose seitlich verrenken soll, weiß bei mir immer etwas zu beanstanden. Daher muss ich mich von einem Beamten mittels eines Handdetektors abtasten lassen, der aber nirgends anspricht. Der Beamte gibt seiner Kollegin, die die Kontrolle beaufsichtigt, daraufhin ein Zeichen und sie macht einen Strich in einer langen Strichliste mit mehreren Kategorien (vermutlich eine Liste der vielen Fehlalarme mit den neuen Scannern). Wie dem auch sei, dürfen wir in den Sicherheitsbereich weitergehen.

Bild R-2: Der Ausgang der Sicherheitskontrolle geht nahtlos in den Duty-Free-Shop über, an dem Reisende nicht vorbei kommen.
Bild R-3: Wartehalle in Terminal 1
Bild R-4: Flug TP 572 nach Frankfurt wird für Gate S-20 angekündigt.

Am Gate wird dann, zur offensichtlichen Überraschung einiger deutscher Mitreisenden, neben dem Boarding Pass ein Personalausweis gefordert. Obwohl wir mit der nationalen Fluggesellschaft Portugals am Hauptstadtflughafen unterwegs sind, starten wir heute an einem Busgate.

Bild R-5: Ausblick auf das Rollfeld.
Nebenan steht Flug A 3721 nach Athen.
Bild R-6: Beim Warten auf den Bus rollt eine Embraer 190 der TAP Express vorbei.
Bild R-7: Auf dem Vorfeld steht eine Maschine der TAP in der alten Lackierung.
Bild R-8: Kurz darauf kommen wir neben unserem Airbus A321 zum Halten.
Gegenüber steht (hier abgebildet) ein A330 im aktuellen Design der TAP.

Das Einsteigen verläuft, obwohl sich die Fluggäste auf zwei Treppen aufteilen, gewohnt schleppend, da in der Kabine große Mengen an Handgepäck verstaut werden möchten. Nach einer halben Stunde sitzen wir mit als letztes im Flugzeug. Daraufhin folgt die obligatorische Sicherheitseinweisung, bevor wir uns auf dem Rollfeld in Bewegung setzen.

Bild R-9: Einige andere Flieger müssen noch runter, dann können wir starten.

Um 13:00 verlassen wir Lisboa in nördlicher Richtung.

Bild R-10: Beim Start wird die ungünstige Lage des Flughafens direkt über dicht bebautem Gebiet besonders deutlich.

Der Flug verläuft dann durchgehend angenehm und ruhig.

Bild R-11: Viel Verkehr im Luftraum von Portugal.
Bild R-12: An der Grenze zwischen Spanien und Frankreich überqueren wir das Pyrenäen-Gebirge.
Bild R-13: In der Annäherung auf Frankfurt werden die Wolken dichter.

Nach 2,5 Stunden Flugzeit kommen wir um 16:35 auf der nördlichen Landebahn 25R in Frankfurt an. Unterwegs haben wir die Zeitzonengrenze, die wir an Tag 8 überschritten haben, erneut überquert, sodass wir im Flug eine Stunde „verloren“ haben.

Bild R-14: Anflug auf den Flughafen Frankfurt.
Im Vordergrund ist die Anbindungsstrecke des Flughafenbahnhofs an die Riedbahn zu sehen.
Bild R-15: In Frankfurt halten wir neben zwei Kranichen an einem Flugsteig.

Das Aussteigen gestaltet sich deutlich schneller als das Einsteigen, sodass wir bereits gegen 17:00 an der Gepäckausgabe stehen. Dort wird für das Gepäck eine Wartezeit von rund 20 Minuten veranschlagt. Eine Minute später ändert sich diese Prognose in „< 1 min“ und eine weitere Minute später landen die ersten Koffer auf dem Band. Mein Gepäckstück kommt allerdings erst mit einer späteren Fuhre, sodass wir den Flughafen um 17:15 verlassen können. Wir finden uns daraufhin im Fernbahnhof ein, um mit dem nächsten ICE über die Riedbahn nach Mannheim zu fahren.

Bild R-16: Bahnhofshalle des Flughafen Fernbahnhofs in Frankfurt

Nachdem nun 10 Tage lang jede geplante Zug- und Busfahrt (einigermaßen) funktioniert hat, heißt uns die DB mit der gewohnten Betriebsqualität willkommen.

Bild R-17: ICE 201 um 17:51 nach Karlsruhe fällt heute aus.

Wegen wahlweise einer Fahrzeugstörung oder eines Personalausfalls – die Auskunftsmedien der DB waren sich da nicht ganz einig – entfällt der Zug heute auf gesamten Laufweg. Die nächste Alternative nach Mannheim wäre gemäß Fahrplan dann der ICE 1013 um 18:09. Damit wird der RE 1 um 18:39 ab Mannheim zwar nicht mehr erreicht, aber wenigstens die nachfolgende S 2 um 18:56. Also versuche ich, diesen Zug im Navigator zu buchen. In der App ist überraschend festzustellen, dass das nicht möglich ist, denn für der Zug und den Halt Frankfurt Flughafen ist eine Buchungssperre hinterlegt („Zug ist ausgebucht – bitte wählen Sie eine andere Verbindung!“). Wahrscheinlich möchte die DB damit verhindern, dass die Fahrgäste zweier zuvor ausgefallener Züge auf den ICE 1013 ausweichen. Als Kenner des Systems weiß ich aber natürlich, wie sich dieses Problem umgehen lässt: Ich kaufe einfach am Automaten einen Flexpreis für einen späteren Zug. Damit gehen wir zum Bahnsteig und positionieren uns ganz hinten in der Hoffnung, noch einen freien Sitzplatz zu finden.

Bild R-18: Für mich eine Premiere ist die Fahrt mit dem ICE 1013 in einem ICE 3 neo.

Beim Zustieg wird dann deutlich, dass der Zug alles andere als überbesetzt ist. In Wagen 21 sind noch mehr als die Hälfte der Sitzplätze frei, darunter auch ganze Vierergruppen. Meine Fahrkarte wird, wie erwartet, anstandslos akzeptiert. Bis Mannheim baut der Zug 5 Minuten Verspätung auf, da wir einem vorausfahrenden Güterzug ein paar Kilometer weit hinterher fahren. Den Anschluss zur S 2 erreichen wir aber trotzdem sicher.

Bild R-19: Fahrradstellplätze (und viele freie Sitzplätze) im ICE 3 neo
Bild R-20: Triebzug der Baureihe 408 in Mannheim
Bild R-21: Vor der S-Bahn nach Kaiserslautern fährt noch LINT-Triple zur Werkstattanbindung nach Ludwigshafen.
Bild R-22: Dann kommt eine Quietschie-Doppeltraktion als S 2 daher und nimmt uns mit nach Neustadt.

Das Ende der Reise ist dann schnell erzählt: Wegen diverser verspätungsverursachender Umstände kommt die S 2 bis Neustadt wieder auf die üblichen 4 Minuten Verspätung bei 5 Minuten Umsteigezeit auf den letzten Zug des Tages der Linie RB 53 nach Wissembourg. Der Anschluss wird damit wieder zum Volkssportereignis. Da der freundliche Tf der RB 53 aber noch eine Minute mit der Abfahrt wartet, erreichen schließlich alle Umsteiger die RB 53 und wir kommen schließlich eine Viertelstunde später nach 10 Reisetagen unseren Heimatbahnhof in der Südpfalz an.

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