Die Reise beginnt unspektakulär an einem trüben Freitagmorgen mit der Anreise aus der Südpfalz nach Karlsruhe. Der weite Weg in die Alpenrepublik wird uns heute über die Schwarzwaldbahn, den Bodensee und den Arlberg nach Tirol führen. Noch ist es aber früh am Tage und die Regionalbahn nach Karlsruhe ist pünktlich.


Angekommen in Karlsruhe stelle ich fest, dass eine technische Störung den Betrieb im Stadtbahntunnel lahmlegt. Verwundert stehen deshalb einige Fahrgäste an der DB-Info an, die ihnen aber auch keine Auskünfte zum innerstädtischen Verkehr erteilen kann. Wir gehen indes weiter zu unserem Abfahrtsgleis und warten auf die Schwarzwaldbahn.



Pünktlich verlässt unser RE 2 Karlsruhe über die Ettlinger Strecke und eilt bis Offenburg auf der Rheintalbahn in Richtung Süden.


In Offenburg biegt der Zug von der Rheintalbahn auf die Schwarzwaldbahn ab, die der Linie ihren Namen gibt.

Die bisher sehr angenehme Fahrt endet vorerst im Bahnhof von Hausach, an dem der schönste Teil der Strecke erst beginnt, denn zwischen Hausach und Hornberg ist ein Baum in die Oberleitung gestürzt. Die Weiterfahrt verzögere sich gemäß Durchsage auf unbestimmte Zeit. Wir nutzen die Zeit zum Überlegen, ob wir die Streckensperrung über Freudenstadt und die Gäubahn oder über Karlsruhe und Stuttgart umgehen sollen. Doch bevor wir uns für eine Alternative entschieden haben, wird die Streckensperrung nach 20 Minuten aufgehoben. Da die Strecke derzeit aber nur eingleisig befahrbar ist, müssen wir noch den Gegenzug abwarten, wodurch sich unsere Verspätung um weitere 25 Minuten erhöhen wird.

50 Minuten nach Plan setzten wir unsere Fahrt fort. Unterwegs ist auf dem Gegengleis das Unglück deutlich zu sehen: Ein Turmtriebwagen ist an der Stelle zu Gange, an der die Oberleitung durch einen großen Ast auf Mannshöhe herunter gedrückt wird.

Auf der weiteren Fahrt in Richtung Bodensee können wir den Ausblick auf den Schwarzwald nun genießen.


Die Fahrt endet schließlich mit rund 55 Minuten Verspätung vorzeitig in Singen. Die Fahrgäste werden auf den nachfolgenden RE 2 verwiesen, der im Blockabstand folgt. Ungünstig ist dabei, dass der nächste Zug nur aus 3 Wagen gebildet wird, während unser bisheriger Zug mit 4 Wagen ausgestattet war. Insgesamt müssen sich daher die Fahrgäste aus 7 Wagen zur Schulschlusszeit in den 3-Wagen-Zug drängen. Die Doppelstockwagen erweisen sich dabei allerdings als sehr geräumig, sodass sogar ein Durchkommen durch den Gang im Unterdeck während der Fahrt möglich ist.


Radolfzell erreichen wir schließlich rund eine Stunde später als geplant und der eigentlich vorgesehene Anschluss zum IRE 3 nach Friedrichshafen ist daher nicht mehr möglich.


Statt mit dem IRE 3 setzen wir unsere Fahrt daher mit der RB 31 am Bodensee entlang fort. Dabei dürfen wir noch einmal den Komfort der Reisebus-Bestuhlung im Regio-Shuttle genießen.

Unterwegs kommt uns die Folgeleistung des IRE 3 entgegen, den wir eigentlich nutzen wollten. Statt eines Dosto-Park, der mit einer 245 bespannt wird, wäre es ein Solo-612 gewesen. Daher freuen wir uns nun umso mehr über die bequeme Fahrt im gut besetzten Regio-Shuttle. An diesem Tag war dies der einzige Umlauf, der auf der RB31 mit der Baureihe 650 gefahren wurde. Die übrigen Umläufe waren mit durch die inzwischen planmäßigen dort verkehrenden LINT besetzt. Durch die Spurtstärke und die kurzen Türöffnungszeiten können wir mehrmals kleinere Verspätungen wieder heraus fahren und kommen so insgesamt eine Minute vor Plan in Friedrichshafen an.

Leider war auch hier der eigentlich in unserer Reisekette vorgesehene IC Bodensee schon seit einer halben Stunde abgefahren. Statt einer direkten Verbindung zum Tagesziel Innsbruck stehen uns daher noch zwei weitere Umstiege bevor.

Durch den verpassten Anschluss ergibt sich für uns nun ein kleiner Umweg in der Reiseroute über die Lindauer Insel, da der IC direkt über den Bahnhof Lindau-Reutin gefahren wäre.




Die bereits beim Ausstieg in Bild 1-21 aufgenommene Garnitur am Nachbargleis wird den nächsten REX bilden, mit dem wir bis nach Feldkirch mitfahren werden.




Der Regen hat zwar bis zur Ankunft am letzten Umsteigebahnhof in Feldkirch bereits nachgelassen, allerdings ist die Umsteigezeit zu kurz um einen kurzen Ausflug in die Stadt zu unternehmen. Andererseits ist die Wartezeit aber auch zu lange, um am Bahnsteig auf die Weiterfahrt zu warten. Daher erkunden wir ein wenig den Bahnhof.




Bereits in der einsetzenden Dämmerung beginnt die letzte Zugfahrt des Tages. Die Arlbergstrecke werden wir an diesem Tag also leider erst nach Sonnenuntergang befahren. Zugegebenermaßen kann ich der Fahrt durch das dunkle obere Inntal mit den Lichtern aus den umliegenden Dörfern und Höfen allerdings auch einen gewissen Charme abgewinnen. Trotzdem bleibt die Befahrung der Arlbergstrecke bei Tageslicht somit ein Grund, zu einem späteren Zeitpunkt erneut in diese Region zu reisen.

1-33 – Ankunft in Innsbruck schließlich mit insgesamt +79

Nach nunmehr 6 Umstiegen sind wir ziemlich geschafft und checken daher direkt im Hotel gegenüber dem Hauptbahnhof ein, womit der Reisetag für uns endet.
