Tag 1 / 6

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Die Reise beginnt unspektakulär an einem trüben Freitagmorgen mit der Anreise aus der Südpfalz nach Karlsruhe. Der weite Weg in die Alpenrepublik wird uns heute über die Schwarzwaldbahn, den Bodensee und den Arlberg nach Tirol führen. Noch ist es aber früh am Tage und die Regionalbahn nach Karlsruhe ist pünktlich.

Bild 1-1: Ein Desiro erreicht das kürzlich auf 55 cm ausgebaute Gleis 101 im „Pfälzer Bahnhof“ in Karlsruhe.
Bild 1-2: Türstörung (im Südpfalznetz treten Störungen an den Fahrzeugen leider häufiger auf)

Angekommen in Karlsruhe stelle ich fest, dass eine technische Störung den Betrieb im Stadtbahntunnel lahmlegt. Verwundert stehen deshalb einige Fahrgäste an der DB-Info an, die ihnen aber auch keine Auskünfte zum innerstädtischen Verkehr erteilen kann. Wir gehen indes weiter zu unserem Abfahrtsgleis und warten auf die Schwarzwaldbahn.

Bild 1-3: Karlsruhe haben einige Lok-Verleiher als Standort zur Abstellung erkannt.
Bild 1-4: Pünktlich erreicht die Vorleistung unserer Schwarzwaldbahn ihren Zielbahnhof Karlsruhe.
Bild 1-5: Nach dem Richtungswechsel führt eine 146 den Zug an den Bodensee.

Pünktlich verlässt unser RE 2 Karlsruhe über die Ettlinger Strecke und eilt bis Offenburg auf der Rheintalbahn in Richtung Süden.

Bild 1-6: In Rastatt wird an der havarierten Tunnelbaustelle gearbeitet.
Bild 1-7: Während der Fahrt auf der schnurgeraden Rheintalbahn lässt sich am westlichen Horizont der Schwarzwald schon erahnen.

In Offenburg biegt der Zug von der Rheintalbahn auf die Schwarzwaldbahn ab, die der Linie ihren Namen gibt.

Bild 1-8: Frühling in Gengenbach

Die bisher sehr angenehme Fahrt endet vorerst im Bahnhof von Hausach, an dem der schönste Teil der Strecke erst beginnt, denn zwischen Hausach und Hornberg ist ein Baum in die Oberleitung gestürzt. Die Weiterfahrt verzögere sich gemäß Durchsage auf unbestimmte Zeit. Wir nutzen die Zeit zum Überlegen, ob wir die Streckensperrung über Freudenstadt und die Gäubahn oder über Karlsruhe und Stuttgart umgehen sollen. Doch bevor wir uns für eine Alternative entschieden haben, wird die Streckensperrung nach 20 Minuten aufgehoben. Da die Strecke derzeit aber nur eingleisig befahrbar ist, müssen wir noch den Gegenzug abwarten, wodurch sich unsere Verspätung um weitere 25 Minuten erhöhen wird.

Bild 1-9: Rund eine Stunde müssen wir in Hausach auf das Ende der Streckensperrung warten.

50 Minuten nach Plan setzten wir unsere Fahrt fort. Unterwegs ist auf dem Gegengleis das Unglück deutlich zu sehen: Ein Turmtriebwagen ist an der Stelle zu Gange, an der die Oberleitung durch einen großen Ast auf Mannshöhe herunter gedrückt wird.

Bild 1-10: Nach rund 15 Minuten kreuzen wir in Hornberg schon den nächsten Gegenzug.

Auf der weiteren Fahrt in Richtung Bodensee können wir den Ausblick auf den Schwarzwald nun genießen.

Bilder 1-11 und 1-12: Schwarzwald

Die Fahrt endet schließlich mit rund 55 Minuten Verspätung vorzeitig in Singen. Die Fahrgäste werden auf den nachfolgenden RE 2 verwiesen, der im Blockabstand folgt. Ungünstig ist dabei, dass der nächste Zug nur aus 3 Wagen gebildet wird, während unser bisheriger Zug mit 4 Wagen ausgestattet war. Insgesamt müssen sich daher die Fahrgäste aus 7 Wagen zur Schulschlusszeit in den 3-Wagen-Zug drängen. Die Doppelstockwagen erweisen sich dabei allerdings als sehr geräumig, sodass sogar ein Durchkommen durch den Gang im Unterdeck während der Fahrt möglich ist.

Bild 1-13: Unser Zug endet heute außerplanmäßig in Singen.
Bild 1-14: Der nachfolgende RE 2 übernimmt die Fahrgäste zur Weiterfahrt nach Radolfzell und Konstanz.

Radolfzell erreichen wir schließlich rund eine Stunde später als geplant und der eigentlich vorgesehene Anschluss zum IRE 3 nach Friedrichshafen ist daher nicht mehr möglich.

Bilder 1-15 und 1-16: Der Bahnhof Radolfzell ist schön gelegen direkt am Untersee, dem westlichen Ausläufer des Bodensees.

Statt mit dem IRE 3 setzen wir unsere Fahrt daher mit der RB 31 am Bodensee entlang fort. Dabei dürfen wir noch einmal den Komfort der Reisebus-Bestuhlung im Regio-Shuttle genießen.

Bild 1-17: Auf der RB 31 fahren heute zwei Regio-Shuttle; das hintere noch mit erst kürzlich neu bezogenen Vogel-Sitzen.

Unterwegs kommt uns die Folgeleistung des IRE 3 entgegen, den wir eigentlich nutzen wollten. Statt eines Dosto-Park, der mit einer 245 bespannt wird, wäre es ein Solo-612 gewesen. Daher freuen wir uns nun umso mehr über die bequeme Fahrt im gut besetzten Regio-Shuttle. An diesem Tag war dies der einzige Umlauf, der auf der RB31 mit der Baureihe 650 gefahren wurde. Die übrigen Umläufe waren mit durch die inzwischen planmäßigen dort verkehrenden LINT besetzt. Durch die Spurtstärke und die kurzen Türöffnungszeiten können wir mehrmals kleinere Verspätungen wieder heraus fahren und kommen so insgesamt eine Minute vor Plan in Friedrichshafen an.

Bild 1-18: Bodensee in Friedrichshafen bei weiterhin trübem Wetter

Leider war auch hier der eigentlich in unserer Reisekette vorgesehene IC Bodensee schon seit einer halben Stunde abgefahren. Statt einer direkten Verbindung zum Tagesziel Innsbruck stehen uns daher noch zwei weitere Umstiege bevor.

Bild 1-19: Als nächstes fahren wir mit diesem Quietschie von Friedrichshafen nach Lindau.

Durch den verpassten Anschluss ergibt sich für uns nun ein kleiner Umweg in der Reiseroute über die Lindauer Insel, da der IC direkt über den Bahnhof Lindau-Reutin gefahren wäre.

Bild 1-20: Einer der schönsten Ausblicke im Deutschen Schienennetz ergibt sich bei der Fahrt über den Bahndamm in Lindau.
Bild 1-21: In Lindau wartet am Nachbargleis schon der Anschlusszug.
Bild 1-22: Bodenseehafen von Lindau unter weiterhin bedecktem Himmel
Bild 1-23: Fahrgastschiff im Lindauer Hafen

Die bereits beim Ausstieg in Bild 1-21 aufgenommene Garnitur am Nachbargleis wird den nächsten REX bilden, mit dem wir bis nach Feldkirch mitfahren werden.

Bild 1-24: Der Taurus schiebt in Kürze den Kamelzug über die Grenze nach Österreich.
Bild 1-25: Geführt wird die überwiegende aus Dostos bestehende Garnitur von einem CityShutte-Flachsteuerwagen.
Bild 1-26: Wie die Querung des Bahndamms in Lindau ist normalerweise auch die Fahrt direkt am Bodenseeufer zwischen Lindau und Bregenz landschaftlich besonders reizvoll. Leider kommt dieser Eindruck wegen des Regenschauers aber nicht zur Geltung.
Bild 1-27: Wiesel

Der Regen hat zwar bis zur Ankunft am letzten Umsteigebahnhof in Feldkirch bereits nachgelassen, allerdings ist die Umsteigezeit zu kurz um einen kurzen Ausflug in die Stadt zu unternehmen. Andererseits ist die Wartezeit aber auch zu lange, um am Bahnsteig auf die Weiterfahrt zu warten. Daher erkunden wir ein wenig den Bahnhof.

Bild 1-28: Feldkirch ZOB
Bild 1-29: In der Bahnhofshalle wird in etwa alle 10 Minuten eine Warnung der ÖBB vor dem anstehenden „Mega-Streik“ in Deutschland am kommenden Montag ausgerufen.
Bild 1-30: Auf der Gleisseite des Bahnhofs wartet ein E-Talent auf seine 20-minütige Fahrt nach Buchs in der Schweiz, auf der der Zug das Fürstentum Liechtenstein an den Bahnverkehr anbindet.
Bild 1-31: Kurz vor der Einfahrt des Railjet nach Innsbruck schafft auch der Folgetakt des REX aus Lindau den Anschluss zum Fernverkehr.

Bereits in der einsetzenden Dämmerung beginnt die letzte Zugfahrt des Tages. Die Arlbergstrecke werden wir an diesem Tag also leider erst nach Sonnenuntergang befahren. Zugegebenermaßen kann ich der Fahrt durch das dunkle obere Inntal mit den Lichtern aus den umliegenden Dörfern und Höfen allerdings auch einen gewissen Charme abgewinnen. Trotzdem bleibt die Befahrung der Arlbergstrecke bei Tageslicht somit ein Grund, zu einem späteren Zeitpunkt erneut in diese Region zu reisen.

Bild 1-32: Railjet nach Wien


1-33 – Ankunft in Innsbruck schließlich mit insgesamt +79

Bild 1-33: Ankunft in Innsbruck insgesamt rund 80 Minuten später als geplant.

Nach nunmehr 6 Umstiegen sind wir ziemlich geschafft und checken daher direkt im Hotel gegenüber dem Hauptbahnhof ein, womit der Reisetag für uns endet.

Bild 1-34: Ein letzter Blick aus dem Hotelzimmer zurück zum Bahnhof.

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