Das Gute liegt so nah! Nach den vielen Erlebnissen meiner bisher längsten Auslandsreise im Frühjahr 2025 nach Japan stand ich vor der Frage: Muss man dafür wirklich immer so weit weg verreisen? Manchmal, wenn das Fernweh lockt, verkennt man schnell die Schönheit der eigenen Region. Dabei gibt es doch auch „um den eigenen Kirchturm“ sehr vieles zu entdecken – und ein qualitativ hochwertiges ÖPNV-Angebot noch dazu 😉 Im Sommer 2025 stand deshalb Heimaturlaub auf dem Programm. Nach dem Motto einer bekannten Fernsehreihe des regionalen Rundfunksenders SWR, „Expedition in die Heimat“, stand als Ziel der Reise im Mittelpunkt, die Heimat (mit der Eisenbahn) neu zu entdecken. Tatsächlich werden wir uns auf dieser Reise nicht über das Sendegebiet des SWR (bzw. SR) hinausbewegen; niemals mehr als 200 km oder max. 3 Bahn-Stunden vom eigenen Wohnort entfernt sein. Trotzdem reicht das Programm für eine gesamte Woche voller bekannter und neuer Erfahrungen aus, denn wir werden sowohl Orte aus meiner bisherigen Erinnerung wiederentdecken als auch neue kennen lernen, zu denen ich schon lange wollte, aber bisher nie die Zeit aufwenden konnte. Aus diesem Grund sei mir bitte auch die eine oder andere Anekdote aus meinem Leben in diesem Bericht verziehen 😉 Sich eine ganze Woche mit der eigenen Region beschäftigen und dabei Sehenswürdigkeiten besuchen, die man schonmal gesehen hat? Das klingt zunächst langweilig! Der Bericht wird aber zeigen, dass trotz der Vertrautheit auch der Südwesten Deutschlands, aus dem ich komme und den ich so schnell nicht hergeben möchte, einiges für den geneigten (Bahn)-Touristen zu bieten hat. Mehr als ich selbst anfänglich erwartet hätte 🙂
Zur Fahrt in der 2. Wagenklasse wurde mit einer Ausnahme ein Deutschland-Ticket verwendet, das für das tägliche Pendeln zur Arbeitsstätte ohnehin vorhanden ist und vom Arbeitgeber darüber hinaus subventioniert wird. Hier zeigt das Deutschland-Ticket seine wahre Stärke: Statt Verbundgrenzen, Tarif-Wirrwarr und Länderticket-Sperrstunde reicht ein einziger Fahrschein für die gesamte Tour aus, der in allen Bussen und (Eisen-)Bahnen anerkannt wird. Einfach einsteigen und losfahren; eine vor Jahren noch ungeahnte Flexibilität, die zu Ausflügen in die Region geradezu einlädt. Die Auslastung der Züge, mit denen wir während der Reise fahren, ist übrigens durchweg eher schwach bis mäßig und nur zu den bekannten Stoßzeiten etwas höher – das war sie dann aber auch schon vor CoViD19 und dem Deutschland-Ticket! Lediglich einmal wird auf der Reise ein Fernzug genutzt, für den ein dank BC50 recht günstiger Flexpreis entrichtet wurde.
Nachfolgend wünsche ich Ihnen viel Spaß mit dem nachfolgenden Reisebericht 🙂