Rückflug

Zurück zur Übersicht

Zurück zu Tag 16

Der Tag unserer Abreise beginnt früh gegen 6:30 und er wird lang – im wahrsten Sinne des Wortes. Wir stehen langsam auf, sortieren das Gepäck flugtauglich und machen uns gegen 7:15, etwas über 2 Stunden vor Abflug, auf den kurzen Weg ins Terminal.

Bild R-1: Am frühen Morgen ist das Terminal des Kansai Airport noch recht leer.

Der Check-In erfolgt hier, wie inzwischen fast überall bei Lufthansa, über Terminals zur Selbstbedienung. Nach dem Scan des Reisepass dürfen wir zum biometrischen Abgleich in eine Kamera schauen. Zum Glück glaubt die mir, dass ich auch wirklich ich bin, und der Automat stellt kurzerhand den Boarding Pass und die Gepäckaufkleber aus. Bei der Gepäckaufgabe müssen wir dann – warum auch immer – erneut den Reisepass scannen und einmal freundlich in die Kamera schauen. Auch das verläuft aber erwartungsgemäß reibungslos. Damit geht es für uns weiter zur Ausreise. Man ahnt es: Für die Ausreise muss man den Reisepass scannen und in eine Kamera schauen! Nachdem wir bislang ohne Wartezeit durchgekommen waren, stockt es bei der Ausreisekontrolle aber ein wenig. Die Ausreisewilligen werden auf mehrere Spuren aufgeteilt, an deren Spitze ein Beamter hinter einem Schalter sitzt. Wenn man alles richtig macht (also Pass scannen und in die Kamera schauen), dann kommt man mit dem Beamten gar nicht in Kontakt und die Ausreise läuft automatisch. Nur falls kein Match hergestellt werden kann (oder kein biometrischer Pass vorliegt) ist eine Klärung mit dem Grenzbeamten erforderlich. Das Problem ist nun aber nicht, dass die Leute vor uns in der Schlange keinen biometrischen Pass hätten, sondern eher, dass sie an der Bedienung des Scanners scheitern. Sehr oft wird der Pass nicht richtig gescannt oder zum Abgleich nicht richtig in die Kamera geschaut, sodass für diesen Fall schon bereitstehende Hilfsbeamte bei der Benutzung unterstützen müssen. Nach einer Viertelstunde sind wir bis zur Spitze der Warteschlange vorgerückt und wenige Sekunden später problemlos ausgereist. Den Zoll können wir links liegen lassen, da wir außer einigen Pokémon-Souvenirs keine Ausfuhren haben. Hier bestünde jedoch für Ausreisende mit größeren Einkäufen die Möglichkeit, sich unter bestimmten Umständen die Mehrwertsteuer von 10% rückerstatten zu lassen. Mit den Details habe ich mich im Vorfeld aber nicht beschäftigt, da im Gepäck ohnehin kaum noch Platz für Souvenirs wäre. Es folgt die Luftsicherheitskontrolle, die ebenfalls noch einmal rund 15 Minuten Wartezeit bedeutet, dafür aber diesmal ohne Fehlalarm verläuft. Gegen 8:00 haben wir die Kontrolle sowie den anschließenden Duty-Free-Shop durchlaufen und machen uns auf den Weg zum Gate.

Bild R-2: Auch auf dem Rückflug nach München befördert uns ein A350-900 der Lufthansa, nun die Maschine mit dem Taufnamen „Essen“.
Bild R-3: Ebenfalls auf die Langstrecke geht später ein Dreamliner (Boeing 787-9) der Air France nach Paris.

Das Boarding unseres Fluges LH 743 nach München ist einigermaßen pünktlich abgeschlossen und so kann der Langstreckenflug über 11.000 km nun beginnen. Der Flug ist mit einer planmäßigen Flugzeit von 14 Stunden einer der längsten Nonstopflüge der Lufthansa. Da die Flugrichtung gegen den Jetstream führt, dauert der Flug auf die gleiche Distanz wie in Gegenrichtung nun 2,5 Stunden länger. Er führt uns über 7 Zeitzonen zurück bis in die Mitteleuropäische Sommerzeit, sodass zwischen Sonnenaufgang gegen 4:30 japanischer Zeit (also 21:30 am Vortag deutscher Zeit) und Sonnenuntergang wiederum gegen 21:30 deutscher Zeit ganze 24 Stunden liegen. Somit handelt es bei diesem Tag nicht nur gefühlt, sondern sogar tatsächlich um den längsten Tag meines (bisherigen) Lebens. Die Maschine ist besser ausgelastet als auf dem Hinflug, sodass wir in unserer Reihe keinen freien Mittelsitz haben. Freunde erklären mir später eine einleuchtend erscheinende Begründung: Viele Japan-Touristen fliegen nach Tōkyō, reisen dann entlang der Golden Route nach Ōsaka und fliegen von dort zurück. Es könnte aber auch am Wochentag liegen, dass heute an Bord mehr los ist.

Bild R-4: Um 9:50 Ortszeit verlassen wir japanischen Boden und starten über der Bucht von Ōsaka gen Westen.
Bild R-5: Einige Minuten später fliegen wir über die Insel Awaji-shima in der Seto-Inlandsee hinweg. Die Insel ist über die Akashi-Kaikyō-Bridge an die Hauptinsel Honshū angeschlossen. Zugleich hat Awaji Island im Süden eine Straßenverbindung mit der Stadt Naruto auf Shikoku, sodass über die Insel heute die schnellste Route für den Straßenverkehr von Ōsaka nach Tokushima verläuft.
Bild R-6: Vor Aboshi ziehen noch einige kleinere Inseln in der Seto-Inlandsee am Fenster vorbei. Am Festland ganz rechts im Bildausschnitt liegt Himeji, ganz links unter den Schleierwolken Aioi.
Bild R-7: Über der Innenstadt von Okayama schwenken wir auf einen nordwestlichen Kurs ein und queren anschließend die Hauptinsel Honshū. Bei genauem Hinsehen ist unten links der Bahnhof erkennbar.
Bild R-8: Bereits 8 Minuten später ziehen wir über der Küstenstadt Yonago auf das Japanische Meer hinaus.

Während des Überflugs von Südkorea wird die erste Mahlzeit serviert. Zum Glück bestätigt sich meine Befürchtung vom Hinflug nicht. Hieß es dort noch bei japanischem Menü: „Wir stimmen Sie kulinarisch auf Ihre Reise ein!“, rechnete ich für den Rückflug insgeheim schon mit Schweinshaxn oder schlimmerem. (Es sei erwähnt, dass ich nicht grundsätzlich Verächter der bayrischen Küche bin, sondern einfach nur kein Freund von Gerichten mit viel Fleisch). Zu meiner Freude wird auf der Rückreise aber ebenfalls japanisch aufgetischt mit Hühnchen, Reis, Gemüse und Sushi. Wohl bekomm’s!

Bild R-9: 2,5 Stunden nach dem Start fliegen wir über die Agglomeration der chinesischen Hauptstadt Beijing hinweg.
Bild R-10: Das letzte Bild aus China zeigt den Überflug über das Gebirge Heng Shan in der Provinz Hebei nordwestlich von Beijing.

An dieser Stelle nimmt die Bilderstrecke nun ein jähes Ende, denn vom Bordpersonal kommt die Weisung, aus Rücksichtnahme auf ruhende und schlafende Mitreisende die Sonnenblenden zu schließen. Die nächsten fast 10 Stunden werden wir somit durch die „künstliche Nacht“ reisen. Das ist allerdings nur mäßig tragisch, denn die meiste Zeit ist es draußen stark bewölkt (teils bis auf 11.000 m Höhe) und man sieht eh nichts vom Boden. Woher ich das weiß? Der Flug verläuft vergleichsweise turbulent. Mehrfach müssen die Piloten die Anschnallzeichen über längere Zeiträume aktivieren und per Durchsage um das Verweilen auf dem Sitz bitten, da das Flugzeug ziemliche ruppige Bewegungen macht. Da linst der Reisende mit Neigung zur Reisekrankheit dann schon einmal kurz nach draußen, um die Orientierung im Raum zu wahren. Die Flugroute verläuft indes genau umgekehrt zum Hinflug. Hinter Beijing geht es über Baotou, Kumul und Ürümqi nördlich an der Wüste Gobi vorbei, anschließend über Almaty nach Kasachstan und kurz durch Usbekistan. Südlich von Aqtau queren wir das kaspische Meer und schwenken nahe Baku, der Hauptstadt von Aserbaidschan, in den schmalen „sicheren“ Korridor zwischen Russland und Iran ein. Das Flugzeug quert Georgien und erreicht schließlich rund 3 Stunden vor der Landung das Schwarze Meer.

Da stellt sich die Frage: Was macht man als Reisender die ganze Zeit? Schlafen kann ich nicht, dafür bin ich vom japanischen Tag-Nacht-Rhythmus her einfach noch zu wach. Daher verspreche ich mich dem Onboard-Entertainment der Lufthansa. Das ist in der Tat nicht schlecht. An jedem Sitz befindet sich ein Tablet, zu dem die Crew nach dem Steigflug passende Kopfhörer austeilt. Darauf wird einiges an Programm geboten. Zynisch könnte man sagen „passenderweise“ schaue ich mir auf dem Rückflug von Japan den Film „Oppenheimer“ an, den ich damals im Kino verpasst habe. Nach den Eindrücken aus Hiroshima vom unendlichen Leid der dortigen Bevölkerung stellt der Film (wenn auch auf cineastische Art) die Gegenperspektive dar. Auch wenn die Gleichgültigkeit des von den Filmschaffenden skizzierten Abbilds des damaligen amerikanischen Präsidenten Truman gegenüber den zivilen Opfern in Japan erschreckt, so zeigt der Film auch, dass die USA trotz allem nicht ganz unberechtigte Argumente für den Einsatz der Atombomben hatten. Die Historie zeigt, dass der Krieg auch als Ergebnis dieser Entscheidung zeitnah beendet wurde. Andererseits leidet die filmische Interpretation von Robert Oppenheimer, dem „Vater der Atombombe“, sehr unter dem Schaden, den seine Erfindung angerichtet hat. Ob es das richtige Mittel war und das Mittel wirklich den Zweck heiligt, das muss wohl jeder für sich selbst beantworten. Mich stimmt der laut Kritiken recht akkurat erzählte 3-Stunden-Film jedenfalls sehr nachdenklich, sodass ich danach erstmal eine Pause zur Besinnung einlege. Schließlich gehe ich über zum Kontrastprogramm (nein, nicht mit dem Barbie-Film 😉 und schaue noch einige Folgen amerikanischer Sitcoms. Das tue ich normalerweise nie, da diese Form der Unterhaltung eigentlich nur die „kollektive Blödheit“ der amerikanischen Konsumgesellschaft parodiert. Aber in der Situation war das wohl genau richtig 😉

Bild R-11: Noch über dem Schwarzen Meer wird langsam die „Aufwachphase“ eingeleitet.

Erst 90 Minuten vor der planmäßigen Ankunftszeit beginnt die Crew mit dem Austeilen der zweiten Mahlzeit. Damit macht sie sich in gewisser Weise selbst die Arbeit schwer, da das Einsammeln der Tabletts so erst Landeanflug möglich ist. Trotzdem können Sie den Service gerade so noch rechtzeitig beenden, bevor es in die schwierige Phase des Anflugs geht.

Bild R-12: In der Annäherung auf München werden die Wolken wieder dichter.
Bild R-13: Bei Ampfing im Kreis Mühldorf begrüßt uns das trübe deutsche Frühlingswetter.

Der etwas unsanfte Anflug bekommt mir erneut nicht gut, wobei ich nicht final beurteilen kann, ob es an den Bewegungen des Flugzeuges liegt oder doch eher daran, dass rund ein bis zwei Stunden vor der Landung eine Mahlzeit serviert wird. Entsprechend bin ich sehr froh, als wir gegen 16:30 auf der Landebahn aufsetzen und nach kurzem Rollweg exakt pünktlich um 16:35 die Türen für den Ausstieg geöffnet werden. 14 Stunden Flugzeit und trotzdem pünktlich auf die Minute 🙂 Je nach Windverhältnissen gäbe es laut mehrtägiger Beobachtung des Fluges auf Flightradar für LH 743 auch eine Polarroute, die zwar mit 13.000 km deutlich länger wäre, aber dank Flugrichtung entlang des Jetstreams in etwa gleich lang dauern würde.

Bild R-14: Nach einem langen und eher unruhigen Flug ist der A350 pünktlich in München angekommen.
Bild R-15: Beim Verlassen des Ankunftsbereichs bietet sich endlich die seltene Gelegenheit, einen A380 unverbaut aufzunehmen. Der Jumbo wird in Kürze in Richtung USA starten.

Wieder einmal benommen von der dank Reisekrankheit „schwierigen“ Landung gehen wir zur Einreisekontrolle und zeigen dort nur kurz unseren Reisepass vor. Die meisten Reisenden, z. B. das französische Ehepaar aus unserer Sitzreihe, sind anscheinend Umsteiger, denn an der Einreisekontrolle für EU-Bürger herrscht gähnende Leere. Zur Sicherheit frägt der Beamte auch kurz nach, ob wir noch einen Anschluss haben. Er weiß unsere Antwort „zur S-Bahn“ aber zu verstehen 😉 Im Tiefgeschoss des Flughafens besteigen wir zunächst noch eine kleine Flughafenbahn, die uns in wenigen Sekunden zur Gepäckausgabe befördert. Dort kommen nach gut 15 Minuten die ersten Koffer an. Mit dem Zoll kommen wir auch hier nicht in Berührung und gegen 17:05, 30 Minuten nach der planmäßigen Ankunftszeit, stehen wir mit unserem Gepäck im Terminal.

Bild R-16: Wieder im Heimatland: Der Platz vor dem Terminal des Münchener Flughafens. Das „M“ weißt den Weg in Richtung des Flughafenbahnhofs.
Bild R-17: Dort steht gerade noch der „ÜFEX“, der RE 22 von agilis als „überregionaler Flughafenexpress“, zur Fahrt nach Nürnberg bereit.
Bild R-18: Nach der Abfahrt des ÜFEX fährt die S 1 in die Innenstadt ein.

Und kaum in Deutschland angekommen, gibt es schon wieder die ersten Probleme im Schienenverkehr. Die Zugvereinigung mit dem Zugteil aus Freising entfällt in Neufahrn, da die Strecke zwischen Neufahrn und Freising bis vor wenigen Minuten noch wegen eines Personenunfalls gesperrt war. Der ÜFEX aus Bild R-17 ist der erste Zug, der wieder durch darf. Entsprechend fehlt aber der Triebwagen für die S 1 zur planmäßigen Abfahrtszeit in Freising und wird uns statt dessen in Neufahrn beigestellt. In Dreifachtraktion fährt die S-Bahn anschließend nach Pasing und über die Stammstrecke in das Tiefgeschoss des Münchener Hauptbahnhofs. Um 18:15 landen wir so in der unterirdischen Passage des Münchener Hauptbahnhofs, die nach den Eindrücken aus Japan diesen Namen eigentlich nicht verdient hat. Die Münchener Unterwelt ist gegenüber Japan ein ziemliches Kontrastprogramm und fast fühlt es sich an, als hätte uns die Realität wieder eingeholt: verschmierte und versiffte Ecken, Uringeruch, Obdachlose, betrunkene Jugendliche, aggressive Ausrufe innerhalb mancher Jugendgruppe und genervt-unfreundliches Servicepersonal an den wenigen Geschäften, die Lebensmittel in zweifelhafter geschmacklicher Qualität anbieten. Deutschland, so schön es hier auch ist, das habe ich in den letzten beiden Wochen überhaupt nicht vermisst! Unser Hotel für die letzte Nacht des Urlaubs befindet sich zwar direkt gegenüber des Hauptbahnhofs, ist dank einiger Baustellen aber nur auf einem Umweg erreichbar. Zeitlich hätten wir es natürlich an diesem Abend noch mit dem Zug nach Hause geschafft. Aber einerseits war ich mir bei der Buchung unsicher, wie pünktlich der Flug ankommen wird, und andererseits wird der weitere Abend noch zeigen, dass das Hotel in München eine gute Entscheidung ist.

Bild R-19: Der Münchener Hauptbahnhof ist und bleibt wohl noch über Jahre eine große Dauerbaustelle.

Das Hotel verlassen wir noch einmal kurz für einige Besorgungen und das Abendessen, dann ist dieser lange Tag aber auch bald zu Ende. Die Zeitverschiebung macht sich erneut bemerkbar, denn obwohl ich bis ca. 20:00 noch recht fit bin, ist es fast schon eine Herausforderung, bis zum Heute-Journal um 21:45 wach zu bleiben. Auch in den nächsten Tagen werde ich noch feststellen, dass der Körper recht früh am Abend gegen 22:00 abschaltet und sich erst langsam wieder an den deutschen Rhythmus gewöhnt.

Am nächsten Morgen wachen wir trotz des langen Tages früh auf. Das ist auch gut so, denn das Hotel ist stark gebucht und erwartet einen hohen Andrang beim Frühstück. Heute ist Christi Himmelfahrt und damit beginnt für viele in Deutschland eines langen Wochenende. Zum Glück schlafen die meisten Hotelgäste am Feiertag aus, sodass wir gegen 8:00 im Frühstücksraum noch freie Auswahl haben. Nach dem Frühstück drehen wir noch eine kleine Runde durch die Münchener Innenstadt, die ich zuletzt vor über 10 Jahren besucht habe, bevor wir das Gepäck aus dem Hotel abholen und die Rückfahrt in die Südpfalz antreten.

Bild R-20: Kleine Innenstadt-Runde zum wach werden: Stachus…
Bild R-21: Marienplatz…
Bild R-22: Residenz…
Bild R-23: …und kleine optische Spielerei im Dianatempel im Hofgarten.
Bild R-24: Auch eine kurze Fahrt mit der U2 darf sein.
Bild R-25: Nach dem Check-Out im Hotel stehen wir schließlich gegen 10:30 am Hauptbahnhof parat, als der ICE 566 aus der Abstellung bereit gestellt wird.

Der ICE startet an diesem Feiertagsmorgen zwar nur mäßig besetzt, aber pünktlich zur Fahrt in Richtung Karlsruhe. Dabei wird es auch die meiste Zeit bleiben.

Bild R-26: Bei Günzburg verläuft die Strecke für einige Kilometer parallel zur Donau.
Bild R-27: Zwischen Ulm und Stuttgart ist auf der Neubaustrecke heute keine Baustelle, sodass der ICE diese zum Sprung über die Schwäbische Alb nutzen kann. Hier blicken wir von der neuen Filstalbrücke auf die Gemeinde Mühlhausen im Täle.

Nach dem Richtungswechsel in Stuttgart fahren wir bis Vaihingen auf der Neubaustrecke Stuttgart – Mannheim. Die Baumaßnahme zwischen Vaihingen und dem Abzweig Rollenberg ist allerdings noch nicht beendet und zwingt uns wie auf der Hinfahrt zu einem Umweg über Mühlacker und Pforzheim. In dieser Richtung fährt der ICE dem planmäßigen IRE 1 aber ab Stuttgart knapp voraus, sodass der Fernzug unterwegs bis Karlsruhe freie Bahn hat. Trotz einer eher gemächlichen Fahrweise des Tf erreichen wir Karlsruhe Hbf bereits um 13:42, 8 Minuten vor Plan.

Bild R-28: Um 13:48 wird der Zug in Karlsruhe bereits abgefertigt und als Rangierfahrt in die Abstellung überführt. Eigentlich sollte er zu dieser Zeit noch gar nicht angekommen sein 😉

Die frühe Ankunft nutzt uns recht wenig, erhöht sie doch eigentlich nur unsere Umsteigezeit zum nächsten RE 6 nach Neustadt um 14:05. Der hat indes schon vor der Ankunft der Vorleistung eine Verspätungsprognose von 5 Minuten. Grund: Bei dem Zugpaar, das um 14:00 in Karlsruhe wendet, handelt es sich um eines der beiden Zugpaare, die in der Sommersaison 2025 am Wochenende von Karlsruhe über Neustadt hinaus als RE 36 nach Bingen durchgebunden sind. Der in Karlsruhe um 13:54 ankommende Zug hat sich auf der Fahrt von Bingen rund 10 Minuten Verspätung eingefahren, die hier natürlich auf die Folgeleistung nachwirkt.

Bild R-29: Um 14:05 ist er dann endlich da, der RE 6 nach Bingen bestehend aus zwei Talent-Triebwagen.

Die Direktverbindung ist gerade unter Deutschlandticket-Fernfahrern äußerst beliebt, kommt man so doch mit nur zwei Umstiegen in Koblenz und Karlsruhe von Köln / NRW bis nach Stuttgart, Basel oder an den Bodensee. Entsprechend hoch ist die Auslastung des Zuges. Zwar ist er an diesem Tag nicht übervoll, aber mit einem Sitzplatz sollte man nicht rechnen. Nach der langen Reise ist eine halbe Stunde stehen dann aber auch keine große Herausforderung mehr.

Dank einer zügigen Wende startet der RE in Karlsruhe mit +4. Leider werden auf dem Weg bis Landau wegen eines defekten Antriebs in einem der beiden Triebwagen sowie einem kleineren Fahrfehler des Tf (er hatte in Wörth Mozartstraße passgenau an den Bahnsteig gebremst und sich erst kurz vor dem Anhalten daran erinnert, dass er gerade den RE fährt und hier nicht halten muss) daraus dann noch +6. Und da nun über zwei Wochen alles funktioniert hat, muss der letzte Übergang, ein 7-Minuten-Anschluss zum Bus in Landau, natürlich scheitern und zum Sichtanschluss verkommen. Zur Weiterfahrt in unseren Heimatort müssen wir deshalb in Landau auf die nachfolgende RB 53 warten, die wegen mehrerer Dauer-Langsamfahrstellen zwischen Winden und Wissembourg ebenfalls einige Minuten auf sich warten lässt. Gegen 15:20 stehen wir nach insgesamt 20 Reisetagen mit einer Zielverspätung von gut 15 Minuten schlussendlich wieder an unserem Heimatbahnhof.

Weiter zur Bilanz